Von Miss Moneypenny bis heute – Wie sich die Assistenzrolle wirklich verändert hat

Wenn man an die klassische Assistenzrolle denkt, taucht bei vielen automatisch ein Bild auf:
Miss Moneypenny aus den frühen James-Bond-Filmen.
Perfekt gestylt, zuverlässig, diskret – und immer im Hintergrund eines Mannes, der die Hauptrolle spielt.

Eine Figur, die über Jahrzehnte das Bild der Sekretärin geprägt hat: loyal, ordnend, unsichtbar wichtig – aber nie im Rampenlicht.
Eine Rolle, die nicht nur cineastisch, sondern gesellschaftlich verankert war.

Doch was bedeutet dieses Bild für uns heute?
Und wie viel davon steckt – bewusst oder unbewusst – noch immer in der modernen Assistenzwelt?

Die alte Rolle: Zwischen Perfektion, Pflichtbewusstsein und Unsichtbarkeit

Die klassische Sekretärin der 60er–90er Jahre war:

  • Bindeglied

  • Organisatorin

  • emotionale Pufferzone

  • und oft die Frau, die den Laden hinter den Kulissen zusammenhielt

Aber gleichzeitig war sie:

  • still

  • „untergeordnet“

  • abhängig von männlicher Anerkennung

  • austauschbar

  • selten finanziell wertgeschätzt

  • komplett abgewertet, wenn sie Ambitionen zeigte

Diese Rolle war durchzogen von alten Werten, die vielen Frauen eingeprägt wurden:

  • „Sei fleißig – aber nicht sichtbar.“

  • „Unterstütze – aber fordere nichts.“

  • „Halte alles zusammen – aber bleib leise.“

  • „Deine Loyalität ist wertvoller als deine Meinung.“

Viele Frauen haben in solchen Strukturen gearbeitet – und viele alte Muster wirken bis heute nach.
Als ob irgendwo tief innen noch ein „Miss Moneypenny-Modus“ aktiv ist, der uns klein hält.

Die Assistenzrolle heute: Ein kompletter Wandel

Die moderne Assistenz ist längst nicht mehr das „Mädchen für alles“.
Sie ist:

  • strategische Partnerin

  • Projektmanagerin

  • Kommunikationsdrehscheibe

  • Prozessversteherin

  • digitale Übersetzerin

  • Entscheidungsvorbereiterin

  • emotionale Kompetenzträgerin

Und vor allem:
eine Expertin, nicht eine Statistin.

Während früher männliche Strukturen vorgaben, wer wichtig ist, definieren heute viele Frauen selbstbewusst ihren eigenen Raum.

Die Assistenzwelt hat sich verändert, weil Frauen selbst sich verändert haben:
Sie erkennen ihren Wert.
Sie gestalten Prozesse.
Sie übernehmen Verantwortung.
Sie entscheiden.
Und sie stellen klar:
„Ich bin nicht die Person, die hinter dir steht – ich bin die, die neben dir arbeitet.“

Vom alten Muster zum neuen Selbstverständnis

Viele ehemalige Moneypenny-Muster lösen sich heute auf:

  • nicht mehr alles „alleine schlucken“

  • nicht mehr alles „für den Chef regeln“

  • nicht mehr „nett sein statt klar“

  • nicht mehr „still loyal im Hintergrund“

  • nicht mehr „mehr arbeiten als bezahlt wird“

Stattdessen entstehen neue Werte:

  • Selbstwert

  • klare Grenzen

  • echte Kompetenzsichtbarkeit

  • Teamarbeit auf Augenhöhe

  • finanzielle Fairness

  • berufliche Weiterentwicklung

  • strategisches Mitdenken

  • moderne Tools & digitale Verantwortung

Frauen gestalten heute mit – sie führen mit, auch ohne Führungstitel.
Sie prägen Strukturen, statt ihnen nur zu folgen.

Warum dieser Wandel wichtig ist

Weil Rollenbilder Macht haben.
Weil Frauen sich jahrzehntelang kleiner gemacht haben, als sie waren.
Weil die Assistenzwelt eine wichtige Funktion hat – aber endlich auch die Sichtbarkeit bekommt, die sie verdient.

Die neue Assistenz ist nicht mehr „Miss Moneypenny, die James Bond unterstützt“.
Sie ist die Frau, die ihren eigenen Weg geht, ihre eigene Expertise hat und ihren Platz bewusst einnimmt – unabhängig von männlich geprägten Strukturen.

Mein Fazit

Die Assistenzrolle war nie „nur Organisation“.
Sie war schon immer Kompetenz – sie wurde nur lange nicht als solche gesehen.

Heute dürfen wir die alten Bilder loslassen.
Ohne Nostalgie.
Ohne Schuld.
Einfach im Bewusstsein, dass die Zeit reif ist für ein neues Selbstverständnis:
modern, klar, professionell – und selbstbestimmt.

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