Sind Assistentinnen heimliche Kontrollfreaks? 

Oder ist Kontrolle manchmal eine Trauma Response?

 

Assistentinnen wissen oft, wo welche Datei liegt.

Sie spüren Spannungen, bevor sie ausgesprochen werden.

Sie erkennen Risiken früh, denken mehrere Schritte voraus und halten Systeme stabil.

Und trotzdem werden sie nicht selten belächelt als

„zu kontrollierend“, „zu genau“, „zu vorsichtig“.

Doch was, wenn dieses Verhalten weniger mit Kontrolle

und mehr mit psychologischer Anpassung zu tun hat?

 

Ein Blick aus der Psychologie

In der modernen Psychologie und Traumaforschung gilt als gut belegt:

Menschen entwickeln Strategien, um in unsicheren, unvorhersehbaren oder hierarchischen Umfeldern handlungsfähig zu bleiben.

Diese Strategien werden oft unter dem Begriff Trauma Responses zusammengefasst.

Dazu zählen unter anderem:

  • Hypervigilanz – ständige Wachsamkeit gegenüber möglichen Risiken

  • Fawn Response – Anpassung, Mitdenken, Harmonie herstellen

  • Überverantwortung – Verantwortung übernehmen, um Stabilität zu sichern

Wichtig dabei:

Diese Reaktionen entstehen nicht aus Schwäche, sondern aus 

Intelligenz des Nervensystems.

 

Assistenz als erlernte Sicherheitsstrategie

Überträgt man diese Erkenntnisse auf die Assistenzrolle, zeigt sich ein spannendes Bild:

Viele Assistentinnen sind außergewöhnlich gut darin,

  • Abläufe zu strukturieren

  • Stimmungen im Team zu lesen

  • Unausgesprochenes vorwegzunehmen

  • Systeme am Laufen zu halten

Nicht, weil sie kontrollieren wollen.

Sondern weil Vorhersehbarkeit Sicherheit schafft.

Struktur reguliert das Nervensystem.

Ordnung reduziert Stress.

Planbarkeit gibt Halt.

Gerade in klassischen, oft männerdominierten Arbeitswelten war Assistenz historisch gesehen nicht nur Organisation –

sondern emotionale Pufferzone.

 

Assistenz als Co-Regulation

Psychologisch betrachtet leisten viele Assistentinnen etwas sehr Konkretes:

Sie regulieren nicht nur Aufgaben, sondern Systeme.

Sie fangen Spannungen ab.

Stabilisieren Prozesse.

Schaffen Ruhe im Hintergrund, damit andere führen, entscheiden und visionieren können.

Was von außen wie Kontrollbedürfnis wirkt, ist häufig Co-Regulation:

  • das Mittragen von Verantwortung

  • das frühe Erkennen von Instabilität

  • das Absichern von Abläufen

Diese Fähigkeit ist kein Zufall.

Sie ist gelernt.

Und sie funktioniert.

 

Wann Kontrolle zur Belastung wird

Natürlich hat jede Stärke auch eine Schattenseite.

Wenn Assistenz ständig aus Überverantwortung handelt, kann das erschöpfen.

Dann braucht es:

  • klare Grenzen

  • bewusste Abgrenzung

  • das Erlauben von Unordnung im Außen

Nicht, um die Fähigkeit abzulegen.

Sondern um sie gesund einzusetzen.

Denn Entwicklung bedeutet nicht, die eigene Kompetenz zu verlieren –

sondern sie bewusst zu führen.

 

Ein neuer Blick auf die Assistenzrolle

Vielleicht sind Assistentinnen keine Kontrollfreaks.

Vielleicht sind sie Menschen,

deren Nervensystem früh gelernt hat,

durch Aufmerksamkeit, Struktur und Verantwortung Sicherheit zu schaffen.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Superkraft der Assistenz.

Nicht Kontrolle.

Sondern Stabilität.

 

Wenn wir die Assistenzrolle neu betrachten –

nicht als untergeordnete Funktion,

sondern als psychologisch hochkompetente Rolle –

entsteht Wertschätzung auf einer ganz anderen Ebene.

Für das System.

Und für sich selbst.

 

👋 Hi, ich bin Daniela.

Ich begleite Frauen als Mentorin in ihrem persönlichen und beruflichen Wachstum und arbeite als Virtuelle Assistenz mit einem tiefen Verständnis für Struktur, Verantwortung und emotionale Dynamiken im Business.

👉 Wie erlebst du die Assistenzrolle?

Als Kontrolle – oder als Fähigkeit zur Stabilisierung?

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